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Q&A Interview mit Andrea McEwan - Neuigkeit 01.12.08
Montag, 1. Dezember 2008

Fragen und Antworten  mit Andrea McEwan

"I do have old-world tastes – vintage clothes, old records, those little black elephants with ivory tusks you find in junk shops"      

Andrea McEwan ist  eine australische Songschreiberin, Sängerin, Musikerin und Schauspielerin. 2006, als sie gerade nach Großbritannien umgezogen war, wurde sie von Dramatico als Songschreiberin verpflichtet, bis Mike Batt ein Demotape von ihr in die Finger bekam. Anfang 2007 arbeitete sie mit Katie Melua an einigen Songs für deren bald erscheinendes Album. Aus der erfolgreichen Zusammenarbeit entstanden zwei Songs, “What I Miss About You” und “Dirty Dice”, welche auf ihrem Album "Pictures" veröffentlicht wurden.  Andrea arbeitet zurzeit an ihrem eigenen Album, welches noch dieses Jahr von Dramatico veröffentlicht werden soll. Altsounds traf sich kürzlich mit Andrea während der Tour als Support-Act von Katie Melua und hat ihr ein paar Fragen gestellt:


Altsounds.com: Du arbeitest zurzeit an deinem Debütalbum. Wie stellst du dir vor, wie es klingen soll? Bemühst du dich, ihm einen bestimmten Ton und Gefühl zu geben, um bestimmte Musikstile zu umfassen?.com: Du arbeitest zurzeit an deinem Debütalbum. Wie stellst du dir vor, wie es klingen soll? Bemühst du dich, ihm einen bestimmten Ton und Gefühl zu geben, um bestimmte Musikstile zu umfassen?
Andrea McEwan: Ich denke eine Sache die ich wirklich erreicht habe ist, dass jeder Song des Albums unterschiedlich ist.  Wir (mein Produzent Mike Batt und ich) wollten eher jeden Song vorstellen und die Geschichte, die dahinter steht, als allen Songs einem bestimmten Stil anzugleichen um es mal so zu sagen. Wir wollten einen “klassischen” Sound, etwas das Tendenzen ausschließt. Jeder Song ist wie ein kleiner Schatz. Es herrscht ein gewisser Folk-Sänger/Songwriter-Eindruck bei dem Album, aber wir haben es etwas farbiger gestaltet mit Dingen wie Jazzflöten, Vibraphonen, Melotron-Einspielern oder sogar einem kompletten Bereich mit Streichinstrumenten, wo wir dachten das es notwendig sei. 

Altsounds: Auf deinem MySpace wird deine Musik als  'Folk/Pop/jazz' beschrieben – eine anspruchsvolle und breite Auswahl  von Musikrichtungen. Auf welche Art könnte man deiner Meinung nach deine Musik als Jazz klassifizieren? Welche Jazzmusiker magst du besonders, und welche inspirieren dich?
Andrea McEwan: Manchmal wird die Wahl von dem Akkord bestimmt, den ich spiele, und  die Herangehensweise, wie ich ein Lied singe, empfiehlt eine Art von Jazz. Ich denke, kein Track von mir wird von echten Jazzfans als Jazz angesehen werden. Es gibt auf der Platte einen Song mit dem Namen ‚Alibi’, der sich ganz südländisch anhört, und es gibt zwei Bossa Novas namens  „The Sea“ und „Invade My Privacy“. Ich hatte nicht vor, zwei Bossa Novas auf dem Album zu haben, aber sie schienen beide lebendig zu werden, als ich mich mit ihnen auf diese Art befasste. Ich wuchs mit ein paar ganz großartigen Jazzsängern und Künstlern auf: Billie Holiday, Nina Simone, Nancy Wilson, Cassandra Wilson, Dee Dee Bridgewater, Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan. Rosemary Clooney, Diane Reeves. Ich liebte es, dass jeder Künstler seine eigene Art hat, ein und denselben Song zu interpretieren. – jeder entblößte seine Seele auf die ganz eigene Art und gab mit dem Song einen Teil seiner eigenen Erfahrungen wieder. Niemand hat versucht, den Vorgänger zu imitieren aber sie genossen die Tatsache dass sie die Einzigen waren, die einen Song auf ihre ganz bestimmte Art und Weise rüberbringen konnten.

Altsounds: „Candle in a Chatroom“ ist eine Stellungnahme zur Romantik im Internetzeitalter. Du wirst zitiert, dass es dich als "jemand der mit einer Diät aus Bronte, Austen and Shakespeare aufwuchs, traurig macht dran zu denken, dass das Zeitalter der Romantik vorüber ist." Bezüglich so etwas Grundsätzlichem wie Liebe: Denkst du wirklich, dass das Zeitalter der Liebe vorüber ist? Denkst du, dass du romantischer veranlagt bist als die meisten Leute?
Andrea McEwan: Mir steht es nicht zu, zu beurteilen ob ich romantischer als Andere bin.  Aber von mir selbst kann ich, ohne dass ich mich dafür schämen müsste, sagen, dass ich schon ziemlich romantisch bin - ja!  Ich muss hier aber auch Unterschiede machen zwischen Romantik und Liebe – das sind zwei unterschiedliche Dinge. Romantik ist meiner Meinung nach die Art auf der um Liebe gebuhlt wird, wie sie gepflegt wird. Ich denke man kann nicht leugnen, dass die Art, auf die wir nach Liebe suchen, sich geändert hat und sich rapide weiter verändert. Der Song ist kein Urteil dazu, sondern eher eine Beobachtung des Ganzen.

Altsounds: Ich habe eines deiner Blogs auf deiner Homepage gesehen und bin über die urkomische Geschichte vom Kauf des antiken Brandy-Glases (Du magst ja noch nicht mal Brandy!) gestolpert. Würdest du über dich selbst sagen, dass du etwas exzentrisch bist? Gibt es irgendwelche anderen Geschichten „von der Strasse“?
Andrea McEwan: Brandy nicht mögen?! Ich muss gestehen, ich mag das braune Getränk sehr gern. Der Beleg dafür ist, dass du auf den weiteren Blogs einen Plastikbecher voll mit Brandy als ständiges Requisit sehen kannst! Ich weiß nicht, ob du mich exzentrisch nennen kannst, mir wurde aber gesagt, ich bin ziemlich “theatralisch” (wahrscheinlich deswegen, weil ich früher sehr oft in Theatern war und mit Schauspielern zusammenhing - vor einigen Jahren!) und ich habe einen altmodischen Geschmack – altmodische Kleidung, alte Platten, diese kleinen Elefanten mit Stosszähnen aus Elfenbein die man in Billigläden finden kann. …..In Bezug auf die Geschichten “von der Strasse”, es gibt doch dieses Sprichwort das, was auf der Strasse passiert, auch dort bleibt...  Aus diesem Grund kann ich dir leider nichts verraten, tut mir leid.

Altsounds: Wie hast du deine Band zusammengestellt?
Andrea McEwan: Ich ging für einen Monat nach Australien und als ich zurück kam hatte ich eine! Mike hat einen tollen Job gemacht, indem er sie fand. Das sind klasse Musiker, auch sonst echt tolle Leute.

Altsounds: Welche Rolle spielt die Band im Hinblick auf deinen Sound? Haben sie Einfluss auf deine Songs oder erzählen dir ihre Ideen oder Dinge, die deiner Musik ein ganz anderes Gefühl oder eine andere Richtung verleihen?
Andrea McEwan: Als die Band entstanden war, war es im Hinblick auf die Tour und zukünftige Liveauftritte, da zu diesem Zeitpunkt das Album schon nahezu fertig war. Keiner meiner Bandmitglieder war an den Aufnahmen der CD beteiligt, aber sie haben maßgeblichen Anteil an meinem Live-Sound. Natürlich, die CD wurde von ihnen als Ausgangspunkt benutzt, aber ich wollte, dass sie so viel wie möglich ihren eigenen Stil mit zu der Musik beitragen. Ich denke sie haben etwas mehr Rock in einige Songs hinzugefügt, und natürlich viel Spaß dabei. Es war nett auf der Bühne zu stehen mit drei weiteren einzigartigen Personen.

Altsounds: Es gibt viel auf deiner Webseite über die Arbeit mit Katie Melua, mit der du dir das Plattenlabel Dramatico teilst (zusammen mit den "The Wombles"  Veröffentlichungen!) – ein Label welches von einem gewissen  Mike Batt geführt wird ( schrieb Melua's Hit 'Closest Thing to Crazy' und Jedermanns Saison-Favorit: 'A Winter's Tale.') Beeinflusst Katie Melua deine Musik und Texte? Und in welchem  Maß hat Mike Batt einen ebensolchen Einfluss wie die erfolgreiche, Chart-erfahrene Katie Melua?
Andrea McEwan: Ich bin geschmeichelt von jedem Vergleich mit Katie. Sie ist jemand, den ich schon immer bewundert habe,  und ja, sie hat bis zum heutigen Tag eine große Rolle gespielt seit ich bei Dramatico bin. Sie war bei vielen “ersten Malen” dabei – meinem ersten Auftrag als Co-Texter; meinen ersten Erfahrungen on Tour. Sie beruhigt mich und ist eine sehr selbstlose Seele. In Bezug auf ihren Einfluss auf meine Musik und Texte, da gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Songtexte spielen in meiner Art von Musik genau so eine große Rolle wie in ihrer – es geht um die Entwicklung eines Songs und die Geschichte, die er erzählt. Klarheit ist eine weitere Gemeinsamkeit – Ich denke, es gibt Gemeinsamkeiten in der Klarheit der Gesangsstimme. Es gibt unzählige Unterschiede – In meiner Musik gibt es mehr Einfluss von Pop und Folk, ein bisschen mehr Sarkasmus und etwas mehr Sex! Ich denke, Mike sieht uns als das, was wir sind: weibliche Sängerinnen /Songschreiberinnen. Ich bin sicher, dass wir beide (Mike und ich selbst) überglücklich wären, wenn die Öffentlichkeit auf meine Musik so enthusiastisch reagieren würde, wie sie es bei Katie getan haben. Aber letztendlich wissen wir, dass es etwas ist, über das wir keine Kontrolle haben.

Altsounds: Die Liste derer, die bei Dramatico unter Vertrag stehen, besteht größtenteils  aus weiblichen Sängern/Songschreibern. Eine, die erst kürzlich ihren Vertrag bekam, ist Asa, welche schon ein Duett mit Katie im französischen Fernsehen gesungen hat. Eine weitere ist das frühere Model und jetzige  First Lady Frankreichs, Carla Bruni. Wie gleich bzw. unterschiedlich sind sich die Künstler des Plattenlabels im Stil? Ist es potenziell besorgniserregend für dich, im Schatten von Katie Melua zu stehen?
Andrea McEwan: Asas Musikstil ist dynamisch, eine Verbindung von Reggae, Funk, Soul und Pop. Sie singt in Englisch als auch in Yoruba (einem west- afrikanischen Dialekt) und ihre Songs zeugen manchmal von  sozialem oder politischem Bewusstsein. Carla Bruni’s Musik ist sehr nackt, entblößt, durchdrungen in der Tradition alter Chansons. Auch die Art wie sie Auftritt; persönlich, fast schon ‘ungesungen’. Füge Katie und mich zu diesem Mix hinzu und die einzige Sache, die wir noch gemeinsam haben, ist, dass wir uns durch Songs mitteilen. Es ist interessant, dass man bei einem eigenständigen britischen Label vier Frauen  hat, die von überall auf der Welt herkommen: Georgien, Afrika, Frankreich und Australien. Zu Katies “Schatten” – Ich bin mir bewusst das Leute zwangsläufig zwischen uns Vergleiche ziehen werden, aber das kümmert mich nicht. Leute brauchen Vergleiche – Der Film war ein Mix aus diesem und jenem, dieser Künstler ist so wie jener und solcher. Das ist der Lauf der Welt.

Altsounds: Wenn man sich mal anschaut, wer auf deiner MySpace-Seite als Fan verlinkt ist, merkt man das du gerade am Anfang bist, dir eine Fangemeinde aufzubauen. Die meisten Fans haben dich dadurch kennen gelernt, dass du als Support von Katie Melua aufgetreten bist. Einer deiner eifrigsten Fans, nach deiner und seiner MySpaceSeite zu urteilen, ist ein 51jähriger Typ namens Michael, welcher seinen Musikgeschmack mit 'Andrea McEwan, Katie Melua, Pink Floyd and Deep Purple' auflistet – Ein breites aber verwirrendes Spektrum!  Welche Art von Fans sprichst du deiner Meinung nach an?  Wie denkst du über deine Fangemeinde und bei wem genau möchtest du Anklang finden oder wen möchtest du erreichen?
Andrea McEwan: Ich denke es ist unfair, Michael und seinen Musikgeschmack einzugrenzen genauso wie zu betonen, dass er 51 ist. Es ist irrelevant für mich, wie alt meine Fans sind oder wie sie Fans von mir und meiner Musik wurden. Natürlich habe ich einen Großteil der Unterstützung von vielen Fans von Katie, da ich als Support-Act von ihr auftrat. Ich hoffe meine Musik gefällt Menschen, die auch auf den Text achten und denen es einfach gefällt, gutes altmodisches Geschichtenerzählen zu erleben.

Altsounds:
Denkst du über dich selbst als Jemand der sein Handwerk so gut vorantreibt, wie es ihm möglich ist vor allem aber um auf neue Ideen zu kommen und Richtungen einzuschlagen? Welches Risiko gehst du mit deiner Musik ein?
Andrea McEwan: Ich lege es nicht wirklich darauf an ‘auf neue Ideen zu kommen und Richtungen einzuschlagen’,  eher mir selbst gegenüber so ehrlich und aufrichtig wie möglich zu sein. Ich denke Imitation ist ein Aspekt in der Entwicklung jedes Künstlers, aber die erfolgreichste Art Kunst erreicht man durch etwas, das pure Originalität ist. Ich glaube aber auch nicht, dass man „versuchen“, kann originell zu sein. Du musst einfach deiner, dir eigenen Stimme vertrauen und das Glück haben, jemanden zu haben, der sich dieser Stimme dann annimmt und sie fördert. Ich denke, besonders Mike ist mit dem Album sehr viel Risiko eingegangen. Es ist nicht “kommerziell” und auch nicht leicht einzuordnen. Es ist eine stilistische Flickendecke, die vom Hörer verlangt unvoreingenommen zu sein.

Altsounds: Welche Botschaft oder Welches Wertgefühl hat deine Musik deiner Meinung nach anzubieten, insbesondere für eine Generation bei der du fürchtest, dass es keine Romantik mehr gibt?
Andrea McEwan: In diesem Album geht es darum, dem Weg durch Liebe, Beziehungen neue Städte und der modernen Welt zu folgen. Es geht um Einsamkeit, Verlangen und Entdeckung. Es geht um die kurzen Momentaufnahmen und Momente, die sich im täglichen Leben abspielen. Hoffentlich ist es ein Eingeständnis von gemeinsamen Geheimnissen. Weil es letzten Endes die Geschichten sind, die uns zusammenschweißen. Das ist für mich das, worum es bei Musik geht.

Altsounds: Hast du wirklich deinen ersten Song mit 3 Jahren geschrieben?
Andrea McEwan: Ich wusste, ihr würdet danach Fragen! - Nicht wirklich! Als ich anfing zu reden, war alles wie mit Musik unterlegt. Deshalb steht dieser Satz auf meiner Homepage. Auf diese Weise habe ich im Grunde genommen alles gesungen – Wie eine Operette für zu Hause. Mein Vater hat mir einen alten Kassettenrecorder gekauft und ich konnte jeden Tag  zwischendurch draufsingen, was jeder in der Familie gerade macht. Darum habe ich ein Tape voller Songs, die in etwa so lauten: “Daddy schaut die Nachrichten an und Sisi (meine Schwester) ist momentan ein Schwein…usw.” Es zieht einen in

 
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